Der Buddhistische Tempel Wiens an der Donau

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Der Buddhistische Tempel Wiens an der Donau

Beitrag von Sebius am Mi Okt 03, 2018 8:37 am

Der Buddhistische Tempel Wiens an der Donau

Entlang der Donau am rechten Ufer flussabwärts zum Stadtrand Wiens befindet sich ein buddhistischer Tempel mehrerer Glaubensrichtungen und eine 26 Meter hohe Stupa. Daneben gliedert sich ein Kloster an, es wird vom japanischen Mönch Gyosei Masunaga geleitet. Nach langen und schwierigen Verhandlungen zu Beginn der 80iger Jahre dass überhaupt ein buddhistisches Gebäude in Wien stehen darf, wird offiziell diese Anlage als „Friedenspagode Wien“ bezeichnet. Die maßgebenden Gründer und Finanzieres stammen aus dem Nipponzan- Myōhōji Orden Japan, aber auch andere buddhistische Orden haben sich daran beteiligt.


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Die Buddhastatue selbst, das Portal mit japanischer Inschrift.


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Auf den 7 Reliefs am Rundgang sieht man Stationen aus dem Leben des indisch- buddhistischen Religionsgründers Siddhartha Gautama, von seiner Geburt, dem Erwachen, seiner Lehrtätigkeit bis hin zum Tod. Er stammt aus einem alten indischen Adelsgeschlecht und sein Vater Shuddhodana vom Fürstentum Shakya, er regierte im Gebiet zwischen Indien und Nepal.

Auf der ersten Tafel seine Mutter in Erwartung, von Ganesha dem heiligen weißen Elefant in seiner Vorsehung gesegnet erscheit das Kind im Traum.


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Die zweite Tafel zeigt Siddhartha als Junge mit Sonnenscheibe hinter seinem Kopf erleuchtend vom Propheten Asita gelehrt, Frauen verneigen sich und bringen Gaben dar.


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Seine unbeschwerte Jugend als Sohn reicher Eltern kann man auf der dritten Tafel sehen.


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Herangewachsen als junger Mann erhält er die Insignien eines Herrschers und das Schwert als Symbol der Macht auf der vierten Tafel.


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Nun erkennt er die Nachteile eines Herrschers, Politikers und Feldherrn, die Schrecken des Krieges und zeigt sich all dem als meditierender Buddha in sich gekehrt im inneren Frieden mit sich, auf der fünften Tafel.


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Auf der sechsten Tafel lehrt er seine Erkenntnisse des Lebens an seine Schüler und Mönche.


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Die letzte Tafel zeigt ihn zufrieden entschlafen als Heiligen mit bereits vielen Anhängern seiner Lebensphilosophie und Wirken an verschiedene Generation der Zukunft weisend.


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Re: Der Buddhistische Tempel Wiens an der Donau

Beitrag von Skeptik am Fr Okt 05, 2018 5:23 pm

Auch hier am Anfang eine gnadenreiche und herausgehobene Frau als Mutter des Religionsstifters. Damit haben Frauen in einer Religion dann anscheinend ihre Pflicht und Schuldigkeit getan und die Männer können übernehmen.


Der Gründer der Niponzan-Myōhōji-Gruppierung war Nichidatsu Fujii (藤井日達; 1885–1985), der sich im Alter von 19 Jahren hatte ordinieren lassen. Im Alter von 33 Jahren gründete er den Nipponzan-Myōhōji-Orden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lotos-Sutra

Die Gemeinschaft verehrt, wie jede Nichiren-Schule, das Lotos-Sūtra (jap. Hokke-kyō) als den höchsten Ausdruck der buddhistischen Botschaft.
Dem Sutra liegt eine strikte Kosmologie und Heilslehre zugrunde. So ist es einer Frau über die Transformation einer Wiedergeburt als Mann möglich, die Buddhaschaft zu erlangen. Im Einzelnen heißt es:
Der Körper einer Frau ist schmutzig (durch Befleckung) und kein Gefäß des Gesetzes. Wie bist du da fähig, (Drachen Mädchen) die höchste Erleuchtung zu erlangen? […] Ferner gibt es für eine Frau wegen ihres Körpers noch die fünf Hindernisse: 1) Sie erreicht es nicht, ein Brahmā-Himmels-König zu werden, 2) nicht Indra, 3) nicht König der Māras, 4) nicht raddrehender König und 5) nicht Buddha. Drachen Mädchen: ihr sollt mit eurer überirdischen Kraft nun sehen, dass ich noch schneller als(dies) Buddha werde.

Aber auch der Buddhismus hat für Frauen nach der Wiedergeburt einen Trost parat:
Wenn nach dem Erlöschen […] eine Frau diesen Sūtrentext hört, sie entsprechend dieser Predigt praktiziert und so ihr Leben beendet, so wird sie […] auf dem Juwelen-Sitz in einer Lotosblüte wiedergeboren. Sie (die in einen Mann verwandelt) wird nicht mehr von Begehrlichkeit bedrängt werden, ferner auch nicht durch Zorn und Torheit.

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Re: Der Buddhistische Tempel Wiens an der Donau

Beitrag von Sebius am Mo Okt 08, 2018 4:55 pm

@Skeptik,

Du hast Dich mit der Rolle der Frau im Buddhismus beschäftigt und der Thematik allgemin zu diesem Kloster, das freut mich. Der Buddhismus hat verschiedenste Auslegungen, aber welche zutreffend für die japanische Version im dortigen Kloster ist frage ich beim nächten Mal den außerordentlich sympathischen japanischen Mönch Gyosei Masunaga der es betreibt. Mich beruhigen seine im Herztakt abhaltenden Trommelzeremonien und bin froh dass dieser Tempel dort steht, praktizierende Menschen im Kloster sind und es beleben, für mich ist es bereichernd. Da ich viel zu wenig „vom Fach“ bin habe ich zum Thema Frau im Buddhismus aus einem einschlägigen Forum* Unterstützung geholt wo steht:

Bei einem Vergleich aller großen Weltreligionen diskriminiert der Buddhismus Frauen wohl sogar in geschichtlicher Hinsicht verhältnismäßig wenig. Allerdings gibt es einige Schwachstellen und der Buddhismus zeigt deutlich patriarchale Züge. Zwar können sowohl Männer als auch Frauen die volle Befreiung verwirklichen, dennoch sind deutlich mehr männliche Meister bekannt als Frauen.

Widersprüchlichkeiten bei der Überlieferung

In vielen Texten zu der Rolle der Frauen im Buddhismus wird auf eine Passage hingewiesen, in der Buddha bei der Gründung eines Frauenordens gesagt haben soll, mit einem weiblichen Orden würde die buddhistische Lehre statt 1000 Jahre lediglich 500 Jahre währen. Doch gleichzeitig wurde keinerlei Unterschied zwischen den Geschlechtern gemacht, im Hinblick auf die Erlangung der vollen Befreiung. Obwohl in der damaligen Zeit die Gesellschaft in Indien extrem patriarchalisch geprägt war, wurde von dem Erwachten ein großer Frauenorden gegründet. Viele der Schülerinnen konnten die volle Erwachung realisieren oder eine hohe Befreiungsstufe erreichen. Viele gelehrte Buddhisten zweifeln daher an der Echtheit dieser Aussage und halten sie für nachträglich in den Pali- Kanon eingeschoben. ...
(aus https://www.buddhanetz.net/die-rolle-der-frau-im-buddhismus/)

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Re: Der Buddhistische Tempel Wiens an der Donau

Beitrag von Skeptik am Mo Okt 08, 2018 5:58 pm

Alles was mit Religion zu tun hat darf man in Bezug auf seinen Wahrheitsgehalt nicht zu wichtig nehmen. Es ist etwas, was dem Einzelnen in seinem ganz persönlichen intimen Bereich Sicherheiten, Halt und Anleitung gibt, die sonst nicht zu erlangen sind. Da ändern sich die Grundlagen mit den Befürfnissen der Menschen und Gläubigen. Da mag der Begründer Buddha eine ganz eigene Sicht - auch in Bezug auf die Frauen - entwickelt haben. Auf das was seine Jünger und Nachfolger in späterer Zeit daraus machten, hatte er naturgemäß keinen Einfluß mehr. Männer wollen einfach ihr „Ding“ machen und sich dabei gegenseitig vergewissern. Frauen sollten sich davon nicht beeindrucken lassen und ihre ganz eigenen Ansichten entwickeln.

Aus Deinem Link:

Verschiedene Schriften besagen, dass eine Nonne selbst nach hundert Jahren der Ordinierung vor einem frisch ordinierten Mönch eine ehrfurchtsvolle Begrüßung zu vollziehen hat. Die Nonne darf den Mönch weder schmähen noch ihm Vorhaltungen über Verfehlungen machen. Schelten oder Vorhaltungen sind dem Mönch vorbehalten, der diese gegenüber der Nonne durchaus machen darf.

Männer haben eben auch Ängste und versuchen sie durch Gesetze einzuhegen und zu verdrängen.

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Re: Der Buddhistische Tempel Wiens an der Donau

Beitrag von Sebius am So Okt 14, 2018 10:58 am

@Skeptik,

Religion und Psychologie sind schwer zu trennen und bedienen sich Bereichen der Metaphysik im kulturellen Kontext. Kein Staat der Welt, weder ein moderner noch aus der Antike beruht auf sachlichen Fakten sondern bedient sich Metaphern mythischen Glaubens einer Volksgemeinschaft an ihre Führungselite, egal welcher politischen Glaubensrichtung.

Wenn man sich sehr lange mit Geschichte beschäftig, damit automatisch jeweilig kulturspezifisch gebundener Rechtsgeschichte, erkennt man ein stets veränderndes sich modulierendes Subjektivempfinden vermeintlicher Wahrheit. Religion und Recht stehen in merkwürdiger Verbindung zueinander, ändern sich im Laufe der Zeit, Moral ist ein sich stets wandelnder Vorgang.

Ängste hat man nur dann, wenn einem diese Dynamiken fremd sind, je besser man aus der Geschichte lernt, desto weniger Gesetze mit ihren Hütern braucht man.

Der Buddhismus hat auf viele dieser Fragen die besseren Antworten, der Abrahamismus aller drei sich anmaßenden „Weltreligionen“ hingegen führt aus seiner naiven Rettungsidee der Menschheit automatisch zum Konflikt, im Inneren des Einzelnen aber genauso im Staat.

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