Unterschied zwischen Ursache und Anlass zum Kriege - sinnvoll?

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Unterschied zwischen Ursache und Anlass zum Kriege - sinnvoll?

Beitrag von Marek1964 am So Feb 21, 2016 12:26 pm

Eine beliebte Frage ist die Unterscheidung zwischen Kriegsanlass und Kriegsursache. Meine Frage ist, ob diese Unterscheidung sinnvoll ist.

Wie sieht Ihr das?

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Re: Unterschied zwischen Ursache und Anlass zum Kriege - sinnvoll?

Beitrag von karstde am So Feb 21, 2016 7:10 pm

Was ist den die Definition von Krieg? Krieg ist der bewaffnete Kampf zwischen Staaten und Gruppen von Staaten. Genauso kann Krieg auch ein nationaler Befreiungskampf oder Kolonialkrieg sein.
Schaut man sich die Definitionen von Ursache an, ist folgendes zu sagen.
Ursache: ist ein Anlass, Grund, Wurzel, Hintergrund usw.
Damit beantwortet sich die Frage von selbst.

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Re: Unterschied zwischen Ursache und Anlass zum Kriege - sinnvoll?

Beitrag von Marek1964 am Mo Feb 22, 2016 11:28 pm

Diese Unterscheidung Anlass/Ursache ist klassisch für den Ersten Weltkrieg. Basis dazu war die Sitzung des Kriegsrats vom 2. Dezember 1912, wo die Grundsatzentscheidung fiel, dass man sowohl jede weitere Expansion Serbiens auf dem Balkan zu unterbinden habe, wie nach dem Schlieffenplan zuerst Frankreich via Belgien niederwerfen sollte, um sich dann gegen Russland zu wenden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsrat_vom_8._Dezember_1912

Damals liess man sich von einem Kodex leiten, dass man einen Krieg nicht einfach so führen kann. Deshalb brauchte man einen Anlass – und der war mit dem Attentat gegeben.

Eine andere geschichtliche Konstellation fällt mir jetzt nicht ein, allenfalls noch der Krieg zwischen Frankreich und Preussen/Deutscher Bund 1870 – hier hat Bismarck den Krieg bewusst provoziert, allerdings muss man klar sagen, dass der Kriegsgrund läppisch war. Hier kann man die Ursache die wachsende Rivalität zwischen Frankreich und dem stärker werdenden Deutschland sehen, den Anlass eine Depesche.

Die faschistischen Aggressoren von Deutschland, Italien und Japan brauchten keine Anlässe, teilweise konstruierten sie sie wie der Angriff auf den Sender Gleiwitz oder dem Nanking Vorfall, später gaben sie sich nicht einmal damit mehr Mühe (Überfall auf die Sowjetunion und Pearls Harbor).

Denkbar ist auch, dass es sogennante Anlässe gibt, die ein Teil der Ursache sind, quasi der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.

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Re: Unterschied zwischen Ursache und Anlass zum Kriege - sinnvoll?

Beitrag von karstde am Di Feb 23, 2016 4:31 pm

Das ist Wortspielerei. Sicherlich kann man da Diskutieren. Ich kann es auch nicht ganz verneinen was Du schreibst. Es gibt nun mal für Begriffe ganz bestimmte Definitionen. Das ist nun mal so.
Mal noch ein Wort zu Wikipedia. Bei Wiki kann jeder schreiben was er will. Man verzichtet laut Satzung komplett auf Primärliteratur und stützt sich nur auf reputative Sekundärliteratur. Das heisst konkret, wenn jemand einen ganz bestimmten Standpunkt hat und der wissenschaftlich trotzdem falsch ist, ist es für Wiki trotzdem richtig. Kurz gefasst. In Wiki ist vieles falsch. Der einfache Mensch glaubts. Das ist wie mit der Bildzeitung. Also bitte die entsprechende wissenschaftliche Literatur dazu lesen.

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Re: Unterschied zwischen Ursache und Anlass zum Kriege - sinnvoll?

Beitrag von karstde am Di Feb 23, 2016 7:24 pm

Ich hab noch einmal darüber nachgedacht und würde das so erklären. An­lass ist 1. Veranlassung; Ausgangspunkt; äußerer Beweggrund; 2. Gelegenheit; Ereignis; 3. Veranstaltung.
Ursache ist ein (Sachverhalt, Vorgang, Geschehen), was eine Erscheinung, eine Handlung oder einen Zustand bewirkt, veranlasst. Also dasselbe was ich oben geschrieben habe. Nur das die eine Definition aus einem Synonymwörterbuch ist und das andere aus dem Duden. Man darf dies nicht losgelöst voneinander sehen, sondern in einer Wechselbeziehung miteinander. Damit ist Anlass unmittelbar mit der Ursache verbunden.
Marek1964 schrieb:Denkbar ist auch, dass es sogennante Anlässe gibt, die ein Teil der Ursache sind, quasi der Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt.
Da kommen wir der Sache schon näher.
Beispiel: Der Lehrer hat schlechte Laune und schreit einen Schüler an. Ursache eng gedacht ist die schlechte Laune. Anlass ist das schlechte Betragen des Schülers. Was machen wir aber Gedacht im weiten Sinne. Warum hat der Lehrer schlechte Laune? Was ist die Ursache? Damit verschiebt sich Ursache und Anlass zwar, sind aber beide eng miteinander verknüpft. Hier geht es dann rein in Ursache und Wirkung. Letztendlich ist es für mich Wortspielerei, um von der Ursache abzulenken. Politisch gesehen. Und das die Masse aus Unkenntnis heraus vieles Schluckt, ist ja nun allgegenwärtig heute.

Zum Geschichtsbeispiel, was Du beschreibst. Kaiser Wilhelm II. hat keine Absicht gehabt in den Krieg zu ziehen. Seine Berater haben ihn dahingehend getrieben. Auch musste der König von Sachsen mit Kaiser Wilhelm in den Krieg ziehen, ohne das auch er das wollte. Daher kommt der Spruch vom Sachsenkönig, "Da gehen sie hin meine Soldaten und kommen nicht wieder".
Ich wollte nur damit Sagen, wenn ich einzelne Dinge aus dem Ganzen herausreise, kommt nicht viel sinnvolles dabei heraus. Man muss das Große und Ganze sehen, um das kleine richtig bewerten zu können. Und da bist Du bei solchen Sachen bei Wikipedia meistens falsch. Da ist es unerlässlich die richtige Literatur zu lesen.

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