Religiöser Fanatismus

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Religiöser Fanatismus

Beitrag von Tammuz am Do Sep 15, 2016 4:00 pm

Fanatismus und Religion gehören nicht zwangsläufig zusammen. Der vor-monotheistische Polytheismus hatte keine Züge, die mit Fug und Recht als "fanatisch" bezeichnet werden können. Er kannte keine Missionierung, keine Rechthaberei und keinen Ausschließlichkeitsanspruch, wie er für monotheistische Religionen typisch ist.

Das lässt sich bei der ersten monotheistischen Religion, dem Atonkult des Echnaton, bereits beobachten: Echnaton versuchte gewaltsam und geradezu besessen, die traditionelle polytheistische Götterwelt Ägyptens auszuradieren und seinen Sonnengott Aton als einzigen Gott durchzusetzen. Nach seinem Tod wurde die polytheistischen Kulte aber reaktiviert, der ägyptische Monotheismus blieb ein Zwischenspiel. Achthundert Jahre später konzipierten die Israeliten, aus ganz anderen Gründen als Echnaton, ebenfalls einen Monotheismus in Gestalt des Jahwe-Kultes. Die Gründe dafür sind weniger eindeutig bestimmbar als bei Echnaton, bei dem vermutlich eine spirituelle Einsicht gegeben war, die er allerdings materialistisch (Gott = Sonne) deutete.

Beim Jahwe-Kult dürften vorwiegend politische Motive ausschlaggebend gewesen sein. Ohne die Auslöschung des israelitischen Staates zu Beginn des 6. Jh. BCE durch die Babylonier wäre es mit Sicherheit nicht zur Ausformung des jüdischen Monotheismus gekommen, der erst im Babylonischen Exil Gestalt annahm. Die Fokussierung auf den "Einen Gott" des "erwählten Volkes" ist ein künstliches Produkt der exilierten Priesterelite Israels, das dem polytheistisch orientierten Volk aufgezwungen werden musste. Eine Stelle bei Esra, Kap. 1 Vers 2, legt nahe, dass die Monotheisierung der judäischen Religion durch Esra auch im Auftrag des persischen Königs durchgeführt wurde:

2 So spricht Kores, der König in Persien: Der HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben, und hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda. 3 Wer nun unter euch seine Volkes ist, mit dem sei Gott, und er ziehe hinauf gen Jerusalem in Juda und baue das Haus des HERRN, des Gottes Israels. Er ist der Gott, der zu Jerusalem ist.

Die Abschaffung weiblicher Gottheiten zugunsten eines patriarchalischen Mono-Gottes war ebenfalls eine Zwangsmaßnahme, die gegen viele Widerstände durchgeboxt wurde. Sinn dieses rigiden Konzepts war die Herstellung und Stabilisierung einer israelitischen Identität, die durch den Verlust des Staates und, fast noch wichtiger, des Jerusalemer Tempels höchst gefährdet war. Die Tora trat daher an die Stelle des Tempels und Jahwe, als himmlischer König, an die Stelle des verlorengegangenen Staats-Königs, der im Alten Orient ja immer die Einheit des Staates verkörperte (quasi im Sinne von L´état c´est moi), was ganz besonders, aber auch überall sonst, im pharaonischen Ägypten galt.

Da nun dieser neuartige Gott der Gott des "erwählten Volkes" war und der Eine Gott für die ganze Welt, war eine fanatische Haltung gegenüber fremdem religiösen Vorstellungen die zwangsläufige Folge. Denn wer anderen Göttern als Jahwe diente, diente ´falschen Götzen´ und versündigte sich gegen den wahren und einzigen Gott. Diese rechthaberische Haltung hatte es, wie gesagt, zuvor nur bei Echnaton gegeben. Im toleranten pluralistischen Polytheismus kannte man solche Denkmuster nicht, dort zweifelte man nie an der Existenz anderer Götter, man hielt sie schlimmstenfalls den eigenen Göttern für unterlegen.

Im Christentum und Islam verhält es sich auch nicht anders, letzterer verschärft den fanatischen Impuls noch erheblich aufgrund der - anhand der Quellen unbezweifelbaren - extrem gewalttätigen Natur des Religionsgründers Mohammed, der keine Scheu davor hatte, männlichen Ungläubigen die Köpfe oder die Hände abschneiden oder ihnen die Augen auszustechen zu lassen und die hinterbliebenen Frauen und Töchter getöteter Männer zu vergewaltigen und in die Sklaverei zu verkaufen, um aus dem Erlös seine ´Religion´ zu finanzieren.

Tammuz

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Re: Religiöser Fanatismus

Beitrag von Skeptik am Do Sep 15, 2016 5:55 pm

Religion ist eine Erfindung des Menschen und jeweils auf seine Bedürfnisse zugeschnitten.
Ein Napoleon Bonaparte hat sich das z.B. so zurecht gelegt:

Der jüdische Glaube:
Moïse a reçu de Dieu, un message pour guider les hébreux sur le droit chemin. Mais conséquemment, ces derniers ont gardé pour eux-seuls les merveilleux enseignements de Moïse. Ils ont détourné ce message pour le confiner à « une race d’élus de Dieu », au lieu d’en faire profiter le monde.
Moses hat von Gott eine Botschaft bekommen um die Hebräer auf den rechten Weg zu führen. Die Konsequenz war, sie haben die wunderbaren Unterweisungen des Moses für sich behalten. Sie haben die Botschaft für sich behalten für „ein Volk der Auserwählten Gottes“, anstatt sie mit der Welt zu teilen.

Das Christentum beurteilt er so:

Das Christentum :
Puis vint Jésus. Jésus a souligné une belle vérité sur Dieu. Il a dit que Dieu est Unique et que vous devez l’aimer de tout votre cœur, et aimer votre voisin comme vous même. Mais, après la mort de Jésus, un groupe de politiciens de Rome a vu dans cette religion, une possibilité de contrôler une masse importante de gens. Ils ont donc élevé Jésus au rang de Dieu, et partie de Dieu Lui-même. Ils ont ensuite donné à Dieu des partenaires. Ils étaient maintenant trois en un.
Dann kam Jesus. Jesus hat eine gute Wahrheit Gottes ausgesprochen. Er sagte Gott ist einzig und du sollst ihn lieben von gfanzem Herzen, und lieben deinen Nächsten wie dich selbst. Aber nach dem Tod des Jesus sah eine Gruppe von Politikern in Rom in dieser Religion eine Möglichkeit eine große Menge Menschen zu kontrollieren. Sie erhoben also Jesus in den Rang eines Gottes und Teil von Gott selber. Dann gaben sie Gott noch Partner. Jetzt sind es Drei in Einem.

Vom Islam ist er regelrecht begeistert:

Der Islam :
Puis enfin, à un certain moment de l’histoire, apparut un homme appelé “Mohamed”. Et cet homme a dit la même chose que Moïse, Jésus, et tous les autres prophètes : il n’y a qu’Un Dieu. C’était le message de l’Islam. L’Islam est la vraie religion. Plus les gens liront et deviendront intelligents, plus ils se familiariseront avec la logique et le raisonnement. Ils abandonneront les idoles, ou les rituels qui supportent le polythéisme, et ils reconnaîtront qu’il n’y a qu’Un Dieu. Et par conséquent, j’espère que le moment ne tardera pas où l’Islam prédominera le monde, car il prédominera le monde.
Dann endlich, in einem bestimmten Moment der Geschichte, erschien ein Mensch genannt „Mohammed“. Der sagte die gleichen Dinge wie Moses, Jesus und alle anderen Propheten: Es gibt nur einen Gott. Das war die Botschaft des Islam. Der Islam ist die Wahre Religion. Da lasen die Leute und wurden intelligent. Dann machten sie sich vertraut mit der Logik und der Schlußfolgerung. Sie ließen ab von den Göttern und den Ritualen der Vielgötterei, und sie erkannten: Es ist nur ein Gott. Konsequenz, ich hoffe der Moment wird kommen in dem der Islam die Welt beherrscht, denn erbeherrscht die Welt.

J'espère que le moment ne tardera pas où je pourrai réunir tous les hommes sages et instruits du pays, et établir un régime uniforme, fondé sur les principes de l'Al-coran, qui sont les seuls vrais et qui peuvent seuls faire le bonheur des hommes.
Ich hoffe auf den Moment, wo ich alle vernünftigen Menschen des Landes vereinigen kann um ein einziges Regime einzusetzen, gegründet auf die Prinzipien des Koran. Sie sind die einzig wahren und begründen das Glück der Menschen.

La religion de Mahomet est la plus belle.
Die Religion des Mohammed ist die Allerschönste.

J'aime mieux la religion de Mahomet. Elle est moins ridicule que la nôtre.
Ich liebe sehr die Religion des Mohammed. Sie ist weniger lächerlich als die unsere.

https://fr.wikiquote.org/wiki/Napol%C3%A9on_Bonaparte

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