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Krise des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland

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Beitrag von Marek1964 am Fr Dez 27, 2019 6:00 pm

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk  also vor allem die Fernsehsender ARD, ZDF und die Dritten Programme wie auch die öffentlich-rechtlichen Radiosender DLF oder DW, stark in der Kritik. Einseitige Berichterstattung, überzogene Managementgehälter, political correctness und der Gebührenzwang im Zeitalter, wo der Zuschauer im Internet vieles kostenlos bekommt, das er durchaus auch besser finden kann, so etwa die Kanäle alternativer und patriotischer Medien.

Aktuell hat vor allem der von Merkel geschasste ehemalige Präsident des Verfassungsschutzes, Hand-Georg Maassen mit seinem Auftritt bei Markus Lanz viel zu reden gegeben.Der manipulative und schulmeisterliche Approach des Moderators, der aber erfolgreich ausgekontert wurde, so sehen das die alternativen konservativen Medien, so sehe es auch ich, auch das voreingenommene Publikum, derweil Express und Berliner Kurier Markus Lanz feiern, er habe Maassen die Meinung "gegeigt" - die anderen Mainstreammedien drücken es vornehmer aus. Dieser Fall schlug aber offenbar Wogen so hoch wie bisher noch keine Fernsehsendung, zumindest stellt man auf die Kommentare in der WELT ab, so sind es dort fast 3000 - wohl ein absoluter Rekord, als Alice Weidel das Studio im September 2019 verliess, waren es fast 2000.

Auf diesen Fall werde ich noch eingehender eingehen, will zunächst einen geschichtlichen Rückblick wagen, und sehe den Fall Eva Herman als den ersten offensichtlichen Fall, wo der Mainstream jemanden ausgegrenzt wurde. Damals, im 2006 bin ich davon ausgegangen, dass Eva Hermann tatsächlich gesagt hat, die Familienpolitik unter den Nazis sei besser gewesen als nun unter Merkel. An und für sich kann man aber eine Tatsache, sollte sie wahr sein, nicht einfach vom Tisch wischen, nur weil irgendwie die Nazis involviert sind. Es liegt ja eigentlich auf der Hand - ein Regime, dessen Ideologie ein 150 Mio Herrenvolk heranzüchten will, macht recht logisch eine Familien- und Kinderfreunliche Politik. Eigentlich wäre auch das nicht ein Grund gewesen, Eva Herman aus der Sendung zu von Kerner zu werfen und nachher aus ihrem Arbeitsverhältnis mit dem NDR.

Es kommt aber noch viel besser.

Tatsächlich hat Eva Herman das so nie gesagt, sondern gesagt, dass der NS die Familienwerte zerstört habe. Es stellt sich die Frage, ob das keiner bemerkt hatte. Das glaube ich nicht. Vielmehr sollte eine populäre, aber wertkonservative Fernsehsprecherin abegsägt werden. Das war die Botschaft des Imperiums: Wer sich für traditionelle Familienwerte einsetzt, wird ausgegrenzt, existientiell vernichtet oder zumindest in grosse Schwierigkeiten gebracht.

Es gibt dann auch das Beispiel einer freien Mitarbeiterin des WDR, ich glaube sie hiess Claudia Zimmermann, die in einem niederländischen Radio verlauten liess, nur was in den Mainstream passt, werde veröffentlicht. Obwohl sie später reuig zurückkrebste, bekam sie seither nur ganz wenige Aufträge. Das Imperium vergibt nicht.

Hier eine Studie von Reuters: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/reuters-studie-zur-akzeptanz-von-ard-und-zdf-16389494.html?fbclid=IwAR0W_dVTmGzD0EDkXvCZ4c7n-l8Uu2ycyCn1v0GU_VW_Yp-VX_iWQJU4ZyI



Zuletzt von Marek1964 am Fr Jan 03, 2020 12:04 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Marek1964 am Fr Dez 27, 2019 9:00 pm


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Beitrag von Marek1964 am Do Jan 02, 2020 11:21 pm

Ich hatte noch auf die im Februar 2019 hochgekommene Framing Fibel, thematisieren wollen, doch das mache ich später.

Über den "Meine Oma ist ne Umweltsau" ist in den letzten Tagen viel geschrieben worden. Eine unglaubliche Entgleisung, die den Realitätsverlust der Verantwortlichen eindrucksvoll dokumentiert, wiewohl sie es versucht haben, sich herauszureden, es sei Satire gewesen. Aber die beiden aufgeklärt-konservativen Denker unserer Zeit, Martin Sellner und Nikolaus Laaz (kanal neverforgetniki) haben es nachgewiesen: in einer Webseite des WDR wurde die Leitlinie veröffentlicht, dass man die Jugend in Ökologiebewusstsein erziehen wolle.

Nein, das war eine Ausflucht.

Die Reaktionen kann ich auch nicht alle hier wiedergeben, aber natürlich, der linke Tagesspiegel meinte, wo denn das Problem sei, wo doch der "Ziegenficker" Spruch von André Poggenburg ja auch als Satire anerkannt worden ist und nur eine Rüge der Parteileitung nach sich gezogen hat.

Allein, der Vergleich hinkt mit beiden Beinen. André Poggenburg hat zu Aschermittwoch vor Parteikollegen sich halböffentlich geäussert.

Der unsägliche Song wurde von Mädchen im Einschulalter, angeleitet von Erwachsenen, zur Weihnachtszeit, von öffentlichen Geldern finanziert, einem Millionenpublikum vorgeführt. Unterschied wie Tag und Nacht, wie ihn die Linken halt nicht sehen wollen.

Peinlich auch die Solidarität mit Danny Hollek, der dann auch noch nachdoppelt hat, die Oma seit vielleicht keine Umweltsau, dann halt eine Nazisau. Der Shitstorm, der ihn getroffen hat, aber nur virtuell, liess wieder die "Solidarität" der anderen Mainstreamjournalisten gewahr werden. Es lässt einfach tief blicken, wer hier staatlich gefördert wird und wie der Mainstream sich vom anständigen Bürger entfernt hat. Danny Holek ist einer, der sich mit einem "ich hasse Deutschland" hören lässt.

Der grossartige Jurist Steinhoefel hat ebenso ein gutes Vorgehen gefunden, die arroganten Sender abzustrafen:

https://www.achgut.com/artikel/neujahresgruesse_an_den_beitragsservice

Einer der besten Kommentare: https://www.westfalen-blatt.de/Ueberregional/Meinung/4080864-Kommentar-zum-WDR-Beitrag-Das-ist-keine-Lappalie

https://www.reitschuster.de/post/der-geb%C3%BChrenzahler-die-sau

https://www.journalistenwatch.com/2019/12/28/wdr-oma-nazisau/

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Beitrag von Marek1964 am So Jan 05, 2020 10:25 am

Ein sehr guter Artikel von der Wächterin der Freiheit, der Neuen Zürcher Zeitung:

https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-blick/wdr-als-orientierungsmaschine-eine-schrumpfkur-bitte-ld.1531635

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Beitrag von Marek1964 am Sa Mai 02, 2020 1:43 pm

Dass in Studiosendungen des ÖR immer wieder einseitig ausgewähltes Publikum haben, um den "richtigen" entsprechen Applaus zu geben, ist spätestens seit dem Eklat in der Vorwahlsendung "Wie geht es Deutschland" nichts neues mehr - ein User hier hat einem anderen, der sich über diese Manipulation geärgert hatte, sogar vorgeworfen, er lebe wohl hinter dem Wald - vor bald drei Jahren.

Damit ist die jetzt von Wolfgang Kubicki angestossene Diskussion eigentlich auch nichts neues mehr, aber die Missstände dauern ja noch immer an. Hier ein Artikel auf der Reitschuster Webseite: https://geschichte-forum.forumieren.de/t1161-fragwurdiges-vom-mainstream#13347

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Beitrag von Marek1964 am Sa Mai 02, 2020 2:41 pm

NOch ein Nachtrag zhum Artikel auf dem RND, den Boris Reitschuster in seinem Artikel verlinkt hat. Man sieht auch hier wieder, in welcher Filterblase die Schreiber eines Mediums leben, das eigentlich zu denjenigen gehören sollte, die absoluten und präzisen Überblick haben sollten.

Man nennt immer noch eine Verschwörungstheorie, was vor bald drei Jahren Wallenstein schon als damals geltendes common sense bezeichnete - und was jeder gemerkt hat, wenn er die eine oder andere Sendung verfolgt hat und krass dann eben sich klar wurde, dass das Publikum einseitig ausgewählt ist, klatscht es doch immer nur dem Mainstream. Dass Exzesse dann auch schon mal von den Moderatoren kritisiert worden sind, wie etwa der peinliche Applaus des Sprechers von Heiko Mass seinem Chef, tut dem keinen Abbruch. Genauso, wie wenn jetzt der peinliche Tatort, der in peinlicher Weise Martin Sellner einen Mord zuschieben will - derweil die Anzahl Morde der geliebten Flüchtlinge an Deutschen irgendwo bei 130 liegen dürften, bei einem einzigen Mord eines Deutschen an dieser Gruppe. Da brauchen wir keinen Tatort zu erwarten. Aber dieser Tatort war so plump, dass er selbst von Vertretern des Mainstreams kritisiert wurde. Martin Sellner ist einer der intelligentesten Analytiker der momentanen Entwicklung, war aber noch nie gewalttätig und fordert konsequent den Weg der Gewaltlosigkeit.

Vor allem, wenn man Schweizer und Tschechisches Fernsehen verfolgt, dann sieht man, dass dort das Publikum jeweils paritätisch besetzt ist, wenn ein Thema diskutiert wird. Den Unterschied sieht man so wie wenn man den Unterschied zwischen Tag und Nacht wahrnehmen kann.

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Beitrag von marylinjackson am Fr Mai 15, 2020 5:25 pm

Das Gute in der jetzigen Corona-Krisenzeit ist, es gibt kein ausgewähltes Publikum in den Fernsehstudios mehr, das bei jedem passenden und unpassenden Kommentar der geladenen Prominenten sofort applaudiert.
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Beitrag von Skeptik am Sa Mai 16, 2020 9:49 am

Schon immer gab es bei Sitcoms - es gibt anscheinend genügend Menschen die das mögen - dieses nervige Lachen nach jedem müden Gag. Dafür setzt das Studio ihre „Lachkonserven“ auf Knopfdruck ein.

Also wird man in Coronazeiten sicher keine Mühe haben auf „Applauskonserven“ zurückzugreifen. Das motiviert die Teilnehmer sicher auch und schont die Gesundheit von ausgewähltem Publikum in Fernsehstudios.

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Beitrag von Marek1964 am Mo Jun 29, 2020 8:39 pm

Und wieder einmal schlägt das ZDF zu: Das ZDF übersetzt "White lives matter" mit "nur weisse Leben zählen" - und fügt sich damit in die peinliche Rassismusdebatte. Zwar krebst der teuere Zwangssender dann am Tag darauf zurück, aber Zufall ist das natürlich nicht.

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Beitrag von Marek1964 am Di Jul 21, 2020 11:49 pm

Da ich jetzt mich angesichts des nahenden 10. Jahrestags mit der Loveparade Unglücks in Duisburg beschäftige, hier eine unsäglich schlechte Sendung des WDR zu diesem Thema, das sich als liebdienende Steigbügelhalter des nun sich langsam etablierenden linken Willkür- und Unrechtstaats andient.

Es geht um die Sendung "Loveparade vor Gericht", die sowohl in der ARD Mediathek als auch auf youtube zu sehen ist:


Man kann sich nun fragen, was man von der WDR Sendung "Loveparade vor Gericht" halten mag. Nun, ich habe mir die Sendung angeschaut und kommezum Schluss, dass man sich als jemand, der sich seit dem 24. Juli 2010 mit diesem Thema beschäftigt, nur verärgert sein kann - für mich ist diese Sendung eine Gefälligkeitssendung, durchaus einseitig, dass man von Lückenpresse sprechen muss. Ja, dass das Gutachten resp. der Gutachter nicht mehr im Prozess eingeführt wurde, wo ja nach Angaben einer Quelle acht Verhandlungstage notwendig gewesen wären, wurde ebenso ausgelassen wie andere kritische Dinge, die man sonst anführen konnte.

Insbesondere auch die Personenauswahl der Votanten in der Sendung gefiel mir nicht, dieser Pfarrer, der von Vorverurteilungen sprach... nein, die Verantwortlichen waren bekannt und auch transparent, traten oft genug vor dem Unglück öffentlich als Protagonisten dieser "Parade der Verantwortungslosigkeit" auf, um eben dann zu Recht als Verantwortungsträger verurteilt zu werden, zumindest moralisch. Dass eigentlich zumindest nach gesundem Menschenverstand auch eine juristische Verurteilung erwartet hätte, darf eigentlich nicht verwundern.

Ich kann in diesem Zusammenhang das Buch "Verwaltungsdesaster" von Wolfgang Seibel u.a., erschienen 2017, empfehlen. Auf 90 Seiten beschreiben die Autoren recht gut, wie sich das Unheil von 2007 an anbahnte. Ich werde dann hier, falls erwünscht, eine Rezension veröffentlichen. Weitere Beispiele von Verwaltungsdesastern sind die NSU Morde, einen Pflegefall und den Einsturz des Hallendachs von Reichenhall. Der Fall Loveparade wird überwiegend aus Sicht der versagenden Verwaltung der Stadt Duisburg beleuchtet, nur punktuell aus Sicht des genauso oder noch schlimmer versagenden Unternehmens Lopavent. Thema sind eben Verwaltungsdesaster und nicht Unternehmensversagen.

Das Fazit von Seibel und Kollegen: Es war vor allem der Durchsetzungswille eines Wolfgang Rabe, seines Zeichens Dezernent für Recht, Ordnung und Sicherheit, der vorbehaltlos allen Forderungen des Veranstalters stattgab, auch wenn sie offen Vorschriften missachten wollten. Sein Durchsetzungsvermögen bei gleichzeitiger Nachgiebigkeit seines Kollegen Baudezernenten (auch Stadtentwicklungsdezernent genannt) und dem Nichteingreifen vom OB Sauerland waren letztlich entscheidend für das Desaster, das im Grunde zuvor viele Kritiker kannte.

Mein Interesse hat diese ganze Angelegenheit als Betriebswirt und Personalberater deshalb erweckt, wie es kommen konnte, dass im Vorfeld Laien wie der Journalist Ingmar Kreienbrink aber auch zahlreiche Leserkommentatoren unter jenen beiden Artikeln in der WAZ das Unglück schon einen Monat vor dem Ereignis, einfach nur sich den Lageplan anschauend, vorausgesehen haben.

So ist nicht nachzuvollziehen, wieso Führungskräfte, egal ob Spitzenbeamte oder Unternehmer, die Gefährlichkeit nicht erkannt haben, zumal sie von Problemen mehr als nur einmal gehört haben. Im Grunde genommen gehört dies in jeder Sendung über die LoPa erwähnt, mindestens mit einem Satz.

Auch von einer Rechtslücke, die gemäss der Sendung angeblich bestand, habe ich noch nichts gehört, in diesem Blog kann ich mich nicht erinnern, auf sowas gestossen zu sein und konkreter wurde die Sendung nicht. Im Buch von Seibel u.a. ist nichts davon erwähnt, vielmehr wird, wie in der Erklärung von Prof Müller und Fam. Mogendorf, klar auf die Sonderbauverordnung NRW hingewiesen.

Am meisten brachte mich, der ich auch einige Vorlesungen und Literatur zu Organisationspsychologie studiert habe, auf die Palme, es hätte sich hier eine Verantwortungsdiffusion ergeben. Ja Herrgott, genau dafür, dass das nicht passiert, gibt es Chefs, und genau dafür gab es doch einen Leiter Krisenstab, einen in der städtischen Hierarchie sehr weit oben angesiedelten Dezernenten Rabe, der ja auch Projektleiter war, um das zu vermeiden. Und dafür gibt es auf der Seite des Veranstalters einen Geschäftsführer, egal wer das jetzt war, ob Schaller, Sattler oder sonst jemand, und dann einen technischen Verantwortlichen. Aber bei so vielen Fehlern, die da aufs mal passieren, kann doch keiner der Top Manager und Dezernenten sagen, er hätte da keinen Einblick gehabt.
Hier sind die Führungsmängel eklatant. Vielmehr deutet alles darauf hin, dass die Schlamperei System hatte, weil es darum ging, die Veranstaltung durchzuboxen, und man dachte, wird schon nichts passieren und Vorschriften sind zum Umgehen da. Das Buch von Seibel beleuchtet das aus Sicht der Verwaltung sehr gut. Aus meiner Sicht gebe es dazu hinzuzufügen, dass sich in einer Organisation, wenn erst Mal der Geist aus der Flasche ist, dass man es mit Gesetzen nicht nur nicht so genau nehmen muss, sondern komplett ignorieren kann und dann also auch lieber selbst erlassene Auflagen nicht kontrolliert, eben alles komplett aus dem Ruder läuft.

Das ist aber m.E. nicht geringen oder mittlere Schuld, vor allem nicht der beiden Dezernenten und ich würde auch sagen der Amtsleiterinnen. Dass Dezernent Rabe nicht unter den Angeklagten war, verstehe ich bis heute nicht. Aber ungeachtet dessen waren natürlich der Dezernent und die Amtsleiterinnen des Bauamts verantwortlich, und dass als Hoheitsträger eben nicht in einem kleinen Masse, und dass sie gewarnt haben, aber dann doch die Genehmigungen durch Untergebenen ausstellen liessen, ist nicht einfach als geringe oder mittlere Schuld zu sehen, so finde ich, und bin damit sicher nicht allein. Auch dass man in der Sendung nicht Prof. Müller, oder vielleicht Dr. Grosse-Wilde zu Wort kommen liess, als Vertreter der Lehre, die sich eingehend mit der Sache befasst hatten, und einen Vertreter der Nebenkläger wie Prof. Reiter, werte ich so, dass man halt allzu kritische Stimmen nicht zu Wort kommen lassen wollte. Prof. Jahn fand ich auch nicht so hilfreich. Jedenfalls dürfte er sich mit dem Thema bei weitem nicht so beschäftigt haben wie Sie. Dass müsste die WDR Redaktion wissen, wobei sie es sicher weiss....

Auch dass der Prozess vor allem aufgeklärt hätte - also, mir fällt da nicht soviel ein, und wenn Aufklärung so wichtig gewesen wäre, dann hätte man doch eben den Gutachter zu Wort kommen lassen... Der WDR hat auch schon vor vier Jahren eine unsägliche Sauerland PR gesendet, die jegliche kritischen Statements des ehemaligen OB, die sich auch in WDR Archiven finden lassen, und diese jetzt nocheinmal auf youtube hochgeladen. Dabei ist erschütternd, wie viele Sauerland Apologeten sich da gemeldet haben - eine offensichtlich konzertierte Aktion, denn die positiven Statements erfreuen sich ungewöhnlich vieler Daumen hoch, sodass sie alle auch oben erscheinen. Peinlich.

Abschliessend möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf den Beck Blog unter der Moderation von Prof. H.E. Müller, der während den nun also bald 10 Jahren minutiös und mit akademischer Seriosität aufgearbeitet hat, zu verweisen. Ja, immer wieder fiel auch mir sein Titel "Loveparade Unglück - nach zwei Monaten im Internet weitgehend aufgeklärt" ein, wie recht er hatte, aber es ist leider umso betrüblicher, dass nach einem Jahrzehnt die Sache so ruhmlos zu Ende geht.

https://community.beck.de/2020/05/04/loveparade-2010-einstellung-des-verfahrens

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