AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Klartext am Sa Sep 09, 2017 11:03 am

Deutschland wird de facto von 15 Mio Arbeitnehmern und Unternehmern in der Privatwirtschaft über Wasser gehalten. Der Rest arbeitet entweder beim Staat, ist in Ausbildung oder Kind, Rentner oder Sozialhilfebezüger.

Im Grunde genommen ist so ein Konstrukt sehr anfällig - ein momentan guter Zustand kann sich sehr schnell ins Gegenteil verkehren. Wenn man wie Merkel sich unabsehbare Belastungen schafft, Energiewende, Öffnung der Grenzen für Angehörige einer unproduktiven, bildungsfernen und gewaltaffinen Kultur und Religion, setzt man den Wohlstand der Nation aufs Spiel.

Eigentlich sind viele Positionen der Regierung extrem - linksextrem könnte man meinen. In einer Demokratie ist eigentlich der Kompromiss die beste Garantie für Stabilität und gegenseitigen Respekt. Die Regierung hat sich in der Vergangenheit als absolut kompromisslos gezeigt, und das sowohl in ihren Entscheidung, als auch im Versuch, eine gesellschaftlichen Dialog zu unterbinden. Das ist notwendig, um zu verbergen, dass die eigene Position extrem ist. Vielmehr wird in einer Art Gegenangriffsoffensive der Gegner diffamiert - ohne dass man das ernsthaft begründen muss. Wenn sich eine Gelegenheit bietet.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von marylinjackson am Sa Sep 09, 2017 2:08 pm

Klartext schrieb:Im Grunde genommen ist so ein Konstrukt sehr anfällig - ein momentan guter Zustand kann sich sehr schnell ins Gegenteil verkehren. Wenn man wie Merkel sich unabsehbare Belastungen schafft, Energiewende, Öffnung der Grenzen für Angehörige einer unproduktiven, bildungsfernen und gewaltaffinen Kultur und Religion, setzt man den Wohlstand der Nation aufs Spiel.

Fast in Vergessenheit geraten ist auch das:
Merkel hatte während der Euro-Krise mit ihrer Zustimmung zur Einführung des europäischen Rettungsschirms gegen die von Kohl ausgehandelten Bedingungen beim Maastricht-Vertrag verstoßen (EU-Sondergipfel am 7.5. 2010). Diese waren, dass Deutschland nicht für die Schulden anderer EU-Staaten in Haftung genommen werden kann und dass der Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank verboten ist.
Den Rechtsbruch zum Schaden Deutschlands bezeichnete Merkel damals im Bundestag mit: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa".
Vor allem macht mir die proklamierte Alternativlosigkeit Angst, die Merkel für ihre einsamen Entscheidungen allen Menschen versucht einzuhämmern.
Daher sollte der Partei Alternative für Deutschland als Opposition eine Chance gegeben werden. Damit diese Partei vor weiteren Merkel-Überraschungen warnen kann.
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Klartext am Sa Sep 09, 2017 9:56 pm

Ja, richtig Marilyn. Musste schon aus dem Zug aussteigen, als ich den Post fertimachte Very Happy

Auch die grosse Leichte im Keller spielte im Wahlkampf nahezu keine Rolle.

Und dann der Brexit. Auch das überhaupt keine Rolle im Wahlkampf, obwohl es gelten muss, den Schaden in Grenzen zu halten - Grossbrittannien ist der nach den USA der zweitgrösste Absatzmarkt.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Klartext am Mo Sep 11, 2017 11:06 pm

Immer wieder bin ich auf der Suche, warum die Menschen die AfD als rechtsradikal, oder im besseren Fall als rechtspopulistisch bezeichnen. Dabei wird gerne Björn Höcke, ein Geschichtslehrer, erwähnt. In einem Artikel des Mainstreammediums die ZEIT von Februar dJ werden seine "Sünden" aufgelistet.

http://www.zeit.de/news/2017-02/13/parteien-bjoern-hoecke-in-zitaten-13144808

Man muss sich aber vergegenwäritgen: es ist offensichtlich ein Mitglied, das nicht den Mainstream der Partei repräsentiert, da es in einem Parteiauschlussverfahren sich befindet.

Aber selbst wenn es nun ein unbeabstandetes Mitglied wäre von den Punkten der ZEIT sind die meisten lächerlich, wenn man sich das genau anschaut. 1000 Jahre Deutsche Geschichte? Ja und? Er will das Deutschland erhalten bleibt und kein Land wird, wo die Migrantenkinder sagen, Deutschland sei Scheisse (und auch linke sind in der Lage, das zu sagen). Das war in einer ZDF Sendung über eine Schule in Krefeld dokumentiert.

Genauso der Text "Türken werden ihre Türkei haben, Syrer ihr Syrien - was ist denn an diesem Satz falsch? Wenn Deutschland seine Identität verliert und diese beiden anderen Länder nicht, dann wird es so sein. Absolut berechtigte Befürchtung. So kann ich mich an eine Sendung des japanischen Fernsehens erinnern, die sich geschockt zeigten, dass Marxloh in "Doitso" liegt - so sieht es doch nicht aus, in Deutschland.

Und die USA-krtitische Bemerkung? Ja, die könnte, liesse man das mit dem Gedendere aussen vor, auch von Linken stammen. Eine gewisse kritische Haltung gegenüber der US Politik ist sicher nicht falsch, wiewohl ich Höckes Ansicht hier nicht teile.

Gabriel sei ein Volksverderber? Also, abgesehen, dass ich finde, dass das stimmt (und nicht nur er), mussten sich AfD Politiker, und weiss nicht nur Höcke, anhören lassen, sie seien geistige Brandstifter, der Zentralrat der Muslime verglich sie mit der NSDAP, Stegner von der SPD (genannte auch "Pöbel Ralle") die AfD Wähler Idioten, ein "Humorist" nannte Alice Weidel Nazi Schlampe - also, entweder wir auf allen Seiten verbal abgerüstet, oder es gilt der Freistil, aber mit zweierlei Mass zu messen, ist zutiefst unfair. Zumal die Gewaltakte gegen AfD Mitarbeiter nach wie vor nicht enden. Auch eine SPD Frau, deren Ehemann bei der AfD ist, wird von den sauberen Genossen unter Druck gesetzt, Wenn die Blockparteien das nicht verurteilen ist eigentlich klar, dass sie diese zutiefst stillschweigend tolerieren,

Zurück zu Höcke. Sicher, dass mit dem jüdisch-christlichen Antagonismus ist Blödsinn, Die Juden haben wenn auch immer in der Minderheit, eine bedeutende Rolle in Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur gespielt. Aber eigentlich ist auch das nicht so wichtig, ist für die Lösung heutiger Probleme irrelevant - wohl aber, dass der heutige Antisemitismus in Deutschland von Muslimen praktiziert und vom Mainstream weitgehend toleriert wird.

Die "lebensbejahenden Afrikaner" - mein Gott was ist daran so schlecht? Das ist noch sehr nett formuliert für die katastrophalen Verhältnisse auf dem Kontinent, wo die Bevölkerungsexplosion in keinster Weise unter Kontrolle ist, Korruption grassiert wie nirgendwo und man sich auch über 60 Jahren Unabhängigkeit über Ausbeutung und Kolonialismus beschwert - während manche Asiaten Europa schon überholt haben.

Denkmal der Schande und 180 Grad Wende? Ich kann das auch verstehen. 70 Jahre nach dem Kriegsende braucht man aber wirklich nicht mehr bei jeder Gelegenheit darauf rumzureiten - und auch ein hässliches Denkmal inmitten der Hauptstadt macht auch keinen mehr lebendig - derweil die Türkei weiterhin eifrig den Armenier Genozid leugnet. Ich meine, dieser Standpunkt nicht meine Sache, aber ich kann ihn verstehen und diffamiere ihn nicht, Vor 30 Jahre hatte ich eine Freundin, und die sagte, weisst Du, von dem Nazi Zeug kann ich gar nichts mehr hören, da habe ich schon soviel gehört, irgendwann langts. Geboren 1968, Abi 1986, sicher keine Rechte.

Nun noch zu den Richtern und Juristen in Deutschland.

Es gibt einige Justizskandale in Deutschland, das Stürzenberger Urteil ist eines, der Loveparade 2010 Fall ein anderes, also nicht nur zu milde Urteile, insbesondere Gewalttäter "aus kulturellem Hintergrund", was eigentlich ein weiterer Skandal ist.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von marylinjackson am Di Sep 12, 2017 11:56 am

Ich kann diesen Aussagen von Höcke nichts entgegensetzen.
Die Flüchtlinge bei uns dürfen sogar Urlaub in ihrer alten Heimat machen. Ihnen gesteht man vorhandene kulturelle und familiäre Bindungen zu. Die kinderarmen Deutschen müssen arbeiten, damit im Rahmen des Familiennachzugs die ausländischen Großfamilien gut versorgt werden. Deutsche Familien gehen kaputt, weil die Arbeitswege immer länger werden oder Kindererziehung bei Doppelverdienern auf der Strecke bleibt und auch die Mieten unbezahlbar werden...

Richter berücksichtigen schon lange die kulturellen Wurzeln der Straftäter bei ihrer Urteilsbegründung, auch das ist nichts Neues.
Juristen verdienen sich eine "goldene Nase" an den Sozialgerichtsverfahren ihrer fremdländischen Mandanten. Natürlich werden sie bezahlt von unseren Steuern.
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Wallenstein am Mi Sep 13, 2017 1:34 pm

Klartext: Beitrag über Höcke:

Dieser Beitrag von dir findet sich auch auf anderen Plattformen. Wer schreibt hier von wem ab? Oder ist es ein und dieselbe Person? Dort standen auch solche verrückten Zeilen wie:

„Aber für mich zeichnet sich schon ab: Man lässt sich von diffusen Diffamierungen leiten. Ich habe auch Reden von Björn Höcke gehört, kann auch nichts rechtsradikales erkennen. Vielmehr erkenne ich ein extrem linkes Denken, denn wer jede Obergrenze für Flüchtlinge ablehnt, ist linksextrem, wer die Energiewende so macht wie Merkel, ist linksextrem, und wer unglaubliche Gelder verschwendet für ein gescheitertes Projekt des Euro, ist eigentlich auch linksextrem. Das Zensurgesetz ist linksextrem und die geförderte Tätigkeit der Amadeu Stiftung ist auch linksextrem. Dass ein Islamkritiker wie Stürzenberger wegen dem veröffentlichen eines historischen Fotos mit Nazis und dem Mufti von Jerusalem zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, ist eigentlich nicht einmal klassisch linksextrem, das ist einfach nur dämlich oder Erdoganistisch, aber extrem unrechtsstaatlich.

Deutschland ist linksextrem. Und dämlich. Und keine saubere Demokratie mehr mit dem Staatsfernsehen.“

Wer so einen Quatsch schreibt, hat sich selbst disqualifiziert.

Du solltest einmal deutlich machen, wer hier von wem abschreibt.

Wenn du den Beitrag geklaut hast, musst du die Quellen angeben. Wenn du allerdings mit diesem Verrückten identisch bist, dann brauchen wir uns nicht mehr zu unterhalten.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Marek1964 am Mi Sep 13, 2017 7:38 pm

Also, meine Forumsphilosophie, das habe ich immer schon so kundgetan, ist, dass alles diskutiert werden kann. Gerade unkonventionelle und provokative Ansichter, so lange sie im Rahmen sind, finde ich gerade für eine Diskussion spannend.

Links und Rechts sind grobe Schablonen und darüberhinaus subjektiv. Ich habe in den letzten Jahren immer wieder beobachtet, dass vor allem in Deutschland das Wort "Rechts" quasi schon disqualifizierend ist, während Links als Schimpfwort kaum in Erscheinung tritt.

So kann man das durchaus diskutieren, hier, wie im anderen Thread.

Aussagen "da brauchen wir uns nicht mehr zu unterhalten" finde ich für ein Forum weniger geeignet - wiewohl sie jedem freistehen.

Der Gedanke, dass Angela Merkel in den letzten Jahren radikale Entscheide gefällt hat, den halte ich zumindest als Diskussionsausgangspunkt für berechtigt.

Es gibt viele User, die auf verschiedenen Plattformen unter verschiedenen Nicks unterwegs sind - man braucht das nicht an die grosse Glocke zu hängen. Wer den Verdacht auf Plagiat hat, kann ihn mir melden. Es ist aber in erster Linie in einem solchen Fall eine Sache zwischen den beiden, vor allem wenn es Forenbeiträge sind.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Klartext am Mo Sep 18, 2017 8:37 am

Wallenstein schrieb:Klartext: Beitrag über Höcke:

Dieser Beitrag von dir findet sich auch auf anderen Plattformen. Wer schreibt hier von wem ab? Oder ist es ein und dieselbe Person?

Wenn du den Beitrag geklaut hast, musst du die Quellen angeben. Wenn du allerdings mit diesem Verrückten identisch bist, dann brauchen wir uns nicht mehr zu unterhalten.

Ich schreibe tatsächlich auf mehreren Plattformen. Wenn ein Text nicht von mir stammt, wird natürlich zitiert und die Quelle angegeben, aber ich habe, genauso wie andere, auch du, das Recht, meine Texte auf mehreren Plattformen reinzustellen, und das ohne Erwähnung, dass sie anderswo, ggf. unter anderem Nick erschienen sind.

Wenn ich anderswo schärfer diskutiere als hier, dann liegt das daran, dass ich dort angegangen worden bin oder generell dort aggressiver diskutiert wird. Es ist allgemein bekannt, dass im Internet die Hemmungen tiefer sind und oft schärfer diskutiert wird. Aber hier wird ja doch recht sachlich diskutiert, hier würde ich auch Wendungen "Deutschland ist dämlich" nicht verwenden, sondern eher "überfordert sich langfristig völlig" und "handelt völlig gegen seine Interessen".

Die Stimmung in Deutschland ist nun mal gereizt, und da wird halt nun nicht immer nett diskutiert.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Wallenstein am Di Sep 19, 2017 2:49 pm

Klartext:
Ich schreibe tatsächlich auf mehreren Plattformen. Wenn ein Text nicht von mir stammt, wird natürlich zitiert und die Quelle angegeben, aber ich habe, genauso wie andere, auch du, das Recht, meine Texte auf mehreren Plattformen reinzustellen, und das ohne Erwähnung, dass sie anderswo, ggf. unter anderem Nick erschienen sind.

Nein, auch wenn man bei sich selbst abschreibt und dies nicht kenntlich macht, handelt es sich um ein Plagiat

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/plagiatsaffaeren-was-ist-ein-eigenplagiat-a-876819.html

Übriges glaube ich nicht, das du der bewusste R. bist. Falls doch, wäre dies kein Ruhmesblatt, denn der schreibt kompletten Unsinn.
Das ist bei deinen Beiträgen hier nicht der Fall. Allerdings zeigen sie häufig Wissenslücken auf und beruhen auf schlechter Recherche. Auch hast du einen Tunnelblick und siehst nur die Dinge, die du sehen willst. Das ist aber nicht ungewöhnlich und bei vielen Usern zu beobachten. Auch ich bin davon nicht frei. Das ist wohl eine menschliche Eigenschaft, dass man lieber Zustimmung als Kritik liest.

Nun zur AFD. Ich bin kein Experte, denn so sehr interessieren mich die Populisten nun auch nicht. Die Partei ist gegenwärtig ein Amalgam aus unterschiedlichsten Strömungen von konservativ bis rechtsradikal. Es wird sich zeigen, welche sich durchsetzen. Auf Wahlveranstaltungen der CDU im Nachbarland Schleswig Holstein tauchten Leute auf mit AFD Plakaten, die „Heil Hitler“ und „Heil Deutschland“ riefen und sich nach SA-Manier mit Ordner herumprügelten. Wie man später erfuhr, waren dies bekannte Leute aus der NPD, unterstützt von Mitgliedern aus ominösen Wehrsportvereinigungen, Kampfgruppe „Großdeutschland“ und was es dort so alles gibt. Die AFD ist gut beraten, sich von diesen Leuten möglichst umgehend zu trennen.

In gewisser Weise erinnert die Parteibildung an die erste Phase der „Grünen“ in den achtziger Jahren Auch dort gab es anfänglich alle möglichen Gruppierungen von konservativ bis linksradikal. Die radikalen Kräfte haben die Partei bald wieder verlassen oder wurden domestiziert, aus Revoluzzern wurden Abgeordnete mit Anzug und Krawatte. Sie entwickelte sich zu einer Partei, die ihre soziale Anhängerschaft vor allem im linksliberalen Mittelstand fand und später sogar Koalitionen mit der CDU einging. Das wäre in der Anfangsphase völlig undenkbar gewesen.

In der BRD gab es immer ein rechtes Milieu, rechts von der CDU/CSU. In den fünfziger Jahren hatten wird die sozialistische Reichspartei (SRP), in den sechziger Jahren hatte die NPD während der Wirtschaftskrise 1966/67 plötzlich sensationelle Wahlerfolge. In den folgenden Jahrzehnten flackerten immer wieder rechtsradikale Strohfeuer auf mit Parteien wie der DVU oder den Republikanern. Das rechte Potential wurde auf 10 – 15 % der Bevölkerung geschätzt. Meistens wählten diese aber wieder früher oder später erneut die CDU/CSU getreu dem Wahlspruch von Strauß, das rechts von ihm nur die Wand ist.

Inzwischen fühlen sich aber nicht mehr alle von der CDU/CSU vertreten. Das erinnert an die Jahre 1966 bis 1969, als wir auch eine Große Koalition von CDU und SPD hatten und sich viele auch nicht mehr repräsentiert fühlten. Daraufhin entstand die APO (außerparlamentarische Opposition), die ihren Protest gegen das „Establishment“ auf die Straße trug.

Heute haben wir erneut eine Große Koalition und ebenfalls ein großes Unbehagen, welches sich in den Wahlerfolgen der AFD äußert.

Anders als die früheren Rechtsparteien wird sie aber diesmal nicht so schnell verschwinden, da sich das gesellschaftliche Umfeld geändert hat. Die dynamische Wirtschaft hat früher Populisten immer wieder zur Bedeutungslosigkeit verdammt, doch wir lebten damals in einer „Fahrstuhlgesellschaft“. Es gab zwar große Unterschiede zwischen Arm und Reich, aber wie in einem Fahrstuhl wurde die gesamte Gesellschaft nach oben befördert und alle bekamen etwas von dem großen Kuchen ab. Jetzt haben aber viele das Gefühl, das sie abgehängt wurden und der Fahrstuhl ohne sie weiter fährt.

Das ist nicht auf Deutschland beschränkt. Die neoliberale Wirtschaftspolitik der letzten Jahrzehnte hat überall zu gesellschaftlichen Verwerfungen geführt, der Vormarsch der Populisten ist daher nicht auf Deutschland begrenzt. Die „dritte industrielle Revolution“ hat durch ihre Automatisierung viele gut bezahlte Arbeitsplätze in der Industrie zerstört und durch schlecht bezahlte Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich ersetzt. Diese Entwicklung ist in den USA oder England viel weiter fortgeschritten als bei uns, weil wir (noch!) viel Industrie haben. Aber auch hier entsteht ein „Dienstleistungsprekariat“ zum Mindestlohn, schlechten Arbeitsbedingungen und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen, vor allem aber auch gibt es kaum Karrierechancen in diesen Firmen. Wer unten ist, der bleibt dort auch unten. Hinzu kommen Angst vor Altersarmut und unkontrollierter Zuwanderung, explodierende Mieten und viele andere Aspekte. Wenn Merkel sagt: „Deutschland geht es gut!“ dann stimmt das zwar für die Mehrheit (mir persönlich geht es sehr gut), aber eben längst nicht für alle. Noch viel schlimmer ist aber die „German Angst“ vor der Zukunft, die auch bei denen vorherrscht, die materiell gut gestellt sind.

Unter dem Titel „Aufstand der Ängstlichen“ konnte man im Dezember 2015 lesen: „Die neue rechte Szene kommt aus der bürgerlichen Mitte der Gesellschaft; sie umfasst wertkonservative Intellektuelle, fromme Christen und Wutbürger und zieht auch Menschen an, die sich sonst als Linke bezeichnen würden, etwa Putin-Bewunderer, Globalisierungsgegner und radikale Pazifisten. Es wächst zusammen, was lange nicht zusammengehörte. Gemeinsam bilden sie eine lautstarke Protestbewegung, die mit Straßendemonstrationen und einem digitalen Stimmungsfeldzug im Internet das Klima im Lande radikalisiert.“ (Spiegel, Nr.51, 2015)

Eine in vielen Aspekten unglückliche Politik hat das politische Klima verschärft, weil sie häufig eine Konzeptionslosigkeit der politischen Klasse anzeigt, die sie angreifbar macht.

(Bei Minderheiten punktet die AFD, z.B. bei den Russlanddeutschen. Ihre Abschlüsse werden hier nicht anerkannt, sie leben in eigenen Communities oft von Harzt IV, sprechen russisch, sehen russisches Fernsehen, sprechen kaum Deutsch. Menschen, die selber Zuwanderer sind, haben vor neuen Zuwanderern immer am meisten Angst, ein bekanntes Phänomen. Kurioserweise haben offensichtlich auch viele Deutsch-Türken Sympathien für die AFD. Will Erdogan so die BRD destabilisieren?)

Gibt es Parallelen zwischen AFD und NSDAP? Ich glaube nicht, weil das politische Klima anders ist als in der Weimarer Zeit. Es gibt aber natürlich Parallelen. Das Programm der NSDAP ist ganz kurz und besteht nur aus 25 Punkten. Davon beschäftigen sich allein 6 Punkte nur mit der Zuwanderung:

http://www.documentarchiv.de/wr/1920/nsdap-programm.html
3. Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses.
4. Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.
5. Wer nicht Staatsbürger ist, soll nur als Gast in Deutschland leben können und muß unter Fremden-Gesetzgebung stehen.
6. Das Recht, über Führung und Gesetze des Staates zu bestimmen, darf nur dem Staatsbürger zustehen. Daher fordern wir, daß jedes öffentliche Amt, gleichgültig welcher Art, gleich ob im Reich, Land oder Gemeinde nur durch Staatsbürger bekleidet werden darf.
Wir bekämpfen die korrumpierende Parlamentswirtschaft einer Stellenbesetzung nur nach Parteigesichtspunkten ohne Rücksichtnahme auf Charakter und Fähigkeiten.
7. Wir fordern, daß sich der Staat verpflichtet, in erster Linie für die Erwerbs- und Lebensmöglichkeit der Bürger zu sorgen. Wenn es nicht möglich ist, die Gesamtbevölkerung des Staates zu ernähren, so sind die Angehörigen fremden Nationen (Nicht-Staatsbürger) aus dem Reiche auszuweisen.
8. Jede weitere Einwanderung Nicht-Deutscher ist zu verhindern. Wir fordern, dass alle Nicht-Deutschen, die seit 2. August 1914 in Deutschland eingewandert sind, sofort zum Verlassen des Reiches gezwungen werden.


Interessant ist auch der Punkt 23

23. Wir fordern den gesetzlichen Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung durch die Presse.

Goebbels entwickelte daraus den Begriff der „Lügenpresse“. Da die Zeitungen oft negativ über die NSDAP berichteten, war sie den Nazis ein Dorn im Auge. Sie vermuteten dahinter eine gigantische, bei ihnen war es eine jüdische Verschwörung, in den Medien, um die Menschen zu manipulieren. Lügenpresse gab es aber erst ab 1933.

Gemeinsam ist: Populisten und Nazis glauben, dass das Volk eine homogene Masse ist mit einer einheitlichen Meinung und einem einheitlichen Willen und sie sind das (selbsternannte) Sprachrohr des Volkes.

Tatsächlich besteht das Volk aus einer Vielzahl sozialer Gruppen mit ganz unterschiedlichen, oft gegensätzlichen Meinungen. Die Demokratie lebt von der Pluralität der Meinungen. Dass nicht alle Menschen die gleiche Meinung haben, wissen natürlich auch die Populisten. Um dies zu erklären, konstruieren sie phantastische Verschwörungstheorien in den Medien, die alle Menschen manipulieren sollen usw.

In der AFD mag es auch Leute geben, die ähnliche Theorien wie die Nazis vertreten. Wie viele das sind und welchen Einfluss sie haben, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur einen Tipp geben: Verabschiedet euch von diesen Leuten in der Partei.



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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von marylinjackson am Di Sep 19, 2017 4:18 pm

Die Fehler während der Merkel- Regierungszeit haben tatsächlich zu massiven Verwerfungen geführt.
Nur, sie sollten nicht fortgesetzt werden!

Die geringen Erfolge der bisherigen rechten Parteien in der Bundesrepublik fußen auf ganz anderen Ereignissen als auf den heutigen. Die damaligen waren bald überwunden, die von heute werden aber bleiben und sich vervielfachen, wenn nicht eine starke Opposition das verhindert.
Und nein, die Theorien der AfD sind nicht mit denen der NSDAP vergleichbar, auch wenn es dort Leute gibt, deren faschistoides Auftreten nur sehr wenigen gefällt.
Dieser Vergleich NSDAP-AfD wäre ebenfalls eine Verschwörungstheorie, weil durch nichts beweisbar.
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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

Beitrag von Klartext am Di Sep 19, 2017 7:32 pm

Wallenstein schrieb:Klartext:
Ich schreibe tatsächlich auf mehreren Plattformen. Wenn ein Text nicht von mir stammt, wird natürlich zitiert und die Quelle angegeben, aber ich habe, genauso wie andere, auch du, das Recht, meine Texte auf mehreren Plattformen reinzustellen, und das ohne Erwähnung, dass sie anderswo, ggf. unter anderem Nick erschienen sind.

Nein, auch wenn man bei sich selbst abschreibt und dies nicht kenntlich macht, handelt es sich um ein Plagiat

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/plagiatsaffaeren-was-ist-ein-eigenplagiat-a-876819.html

Hier geht es doch um was völlig anderes - um wissenschaftliche Arbeiten. Mit anderen Worten: Wenn ich eine Diplomarbeit schreibe, dann darf ich in einer Diss nicht einfach die gleichen Texte verwenden, ohne es kennzuzeichnen.

Hier sind wir ein Amateurforum. Es ist mir schon öfter aufgefallen, dass du hier Ansprüche stellst, als seien wir an der Uni oder in einer bezahlten Redaktion.

Übriges glaube ich nicht, das du der bewusste R. bist. Falls doch, wäre dies kein Ruhmesblatt, denn der schreibt kompletten Unsinn.
Das ist bei deinen Beiträgen hier nicht der Fall. Allerdings zeigen sie häufig Wissenslücken auf und beruhen auf schlechter Recherche. Auch hast du einen Tunnelblick und siehst nur die Dinge, die du sehen willst. Das ist aber nicht ungewöhnlich und bei vielen Usern zu beobachten. Auch ich bin davon nicht frei. Das ist wohl eine menschliche Eigenschaft, dass man lieber Zustimmung als Kritik liest.

Wenn du meinst, ich hätte schlecht recherchiert, kannst du es gerne besser machen. Ich habe auch keinen Tunnelblick, jedenfalls nicht mehr als der Durchschnitt, und sicher nicht mehr als du, wenn wir hier schon persönlich werden. Möchte aber diese Diskussion lassen. Im übrigen habe ich auf diesen Vorwurf schon einmal reagiert, mag mich jetzt auch nicht mehr wiederholen. Hier: http://geschichte-forum.forumieren.de/t1161-fragwurdiges-vom-mainstream#13157


Nun zur AFD. Sie ist natürlich eine junge Partei, da kann es manche fragwürdige Gestalt geben, aber für mich ist entscheidend, was die Hauptfiguren sagen - also Gauland, Weidel, Petry, Meuthen, Bystron, von Storch. Ja, Rechtsradikale sollten mit der Zeit rausgehen, wobei ich aber nach wie vor der Meinung bin, von denen gibt es höchstens einzelne, auch einen Höcke zähle ich nicht dazu, siehe oben. Aber ich habe Reden von allen gehört - das klingt ganz schön nach einer Linie.

Ja, mit den Grünen in der Anfangsphase mag es Paralellen geben. Eine Ironie: Das grüne Gründungsmitglied Ludger Sauerborn aus RP unterstützte bei den letzten Landtagswahlen die AfD: https://www.youtube.com/watch?v=Wc8QajW8UKg Diese Rede empfehle ich komplett anzuhören - dauert nur 15 min.

Und dann erwähnt immer noch keiner den Einsatz für die direkte Demokratie nach Schweizer Vorbild.

Die AfD mag ihre Schwäche haben, aber auf jeden Fall ist sie ein wichtiges Element zur Belebung der Demokratie.

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Re: AfD - Alternative für Deutschland - wählbar oder rechtsextrem?

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